„Gute Aktiv­filter denken mit“

Sichere Auto­pro­duk­tion: Bei Volks­wagen Zwickau garan­tiert die neue Genera­tion Aktiv­filter eine stabile und saubere Span­nung im Werks­netz. Tobias Knispel, Projekt­in­ge­nieur bei der Maschi­nen­fa­brik Rein­hausen (MR), erzählt, welche tech­ni­schen Raffi­nessen den Welt­kon­zern über­zeugt haben.


Welches Problem hatte Volks­wagen denn, als sie auf Sie zukamen?

Herkömm­liche Ober­schwin­gungs­be­las­tungen an langen Strom­schie­nen­aus­läu­fern. Aber Volks­wagen wollte vor allem vorbe­reitet sein, wenn sie die Ferti­gungs­straße im Zwickauer Werk erwei­tern, zum Beispiel mit zusätz­li­chen Schweiß­an­lagen und sons­tigen frequenz­ge­re­gelten Antrieben. Unsere Haupt­auf­gabe war, das Werks­netz dafür fit zu machen.

Was war dazu nötig?

Mehrere Aktiv­filter an stra­te­gisch güns­tigen Stellen. Wenn jetzt im Werks­netz störende Ober­schwin­gungen auftreten, speist unser Aktiv­filter gezielt Ströme glei­cher Frequenz in Phasen­op­po­si­tion ein und neutra­li­siert die Störung. Die Produk­tion läuft reibungslos, die Maschinen leben länger und der Ener­gie­ver­brauch sinkt. Gut, aber das ist noch nicht das Außer­ge­wöhn­liche.

Was ist dann das Außer­ge­wöhn­liche?

Die neue Genera­tion unserer Aktiv­filter denkt mit. Wir para­me­trieren sie nur ein einziges Mal. Ändern sich später die Bedin­gungen im Netz, etwa wenn Ferti­gungs­straßen erwei­tert oder Trafos zu- oder abge­schaltet werden, passt sich das Aktiv­filter selbst­ständig an. Und wenn es irgend­wann seine Leis­tungs­grenze erreicht hat, läuft es mit maxi­maler Auslas­tung weiter und steigt nicht durch Über­last aus. Da das System modular aufge­baut ist, kann es ein Service­tech­niker von MR dann ganz einfach mit ein paar Hand­griffen nach­rüsten.

Im Volks­wa­gen­werk in Zwickau bespricht Knispel mit einem VW-Mitar­beiter die opti­malen Para­meter des Aktiv­fil­ters. Eine Para­me­trie­rung reicht – ab dann passt sich die Anlage selbst­ständig an. (© Helmut Koch)

Was war Volks­wagen beson­ders wichtig?

Die Reso­nanz­über­wa­chung „Fast Reso­nance Detec­tion“ und die Limit-U-Funk­tion. In großen Werken wie in der Auto­mo­bil­in­dus­trie sind vermaschte Netze üblich, bei denen mehrere Trans­for­ma­toren parallel einen Netz­ab­schnitt speisen. Sobald Trafos in Schwach­last­zeiten abge­schaltet werden oder etwas anderes sich verän­dert, ändert sich auch die Netz­im­pe­danz.

Ein Aktiv­filter kann dann unge­wollt eine Reso­nanz­stelle im Netz anregen. Unsere Regel­soft­ware erkennt so etwas inner­halb von Sekunden und das Aktiv­filter macht dann mit  ange­passten Regel­pa­ra­me­tern ganz normal weiter. Mit der Limit-U-Funk­tion kann man einstellen, dass das Aktiv­filter die Ober­wellen nicht zu 100 Prozent dämpft, sondern nur  bis zu einem vom Kunden frei wähl­baren Prozent­satz. Das spart Energie.

Verlangte Volks­wagen Anpas­sungen?

Volks­wagen hatte die Erfah­rung gemacht, dass Schalt­an­lagen in manchen Werks­ab­schnitten mit Metall­staub verschmutzten. Das erhöhte den Wartungs­auf­wand. Daher wünschten sie sich bei einigen Aktiv­fil­tern eine herme­tisch abge­schlos­sene Umhau­sung. Das war kein Problem, aber eine Luft­küh­lung funk­tio­niert dann natür­lich nicht mehr. Wir entschieden uns daher für eine Wasser­küh­lung. Dazu bedienten wir uns einfach aus dem vorhan­denen Kühl­was­ser­kreis­lauf der Laser­schweiß­an­lage — fertig.

REINHAUSEN INSIDE

Im Volks­wa­gen­werk in Zwickau entstehen arbeits­täg­lich bis zu 1.350 Fahr­zeuge. www.volkswagen-sachsen.de


GRIDCON® ACFAk­tiv­filter halten die Netz­qua­lität in Indus­trie­be­trieben stabil. Mit bis zu 500 A pro Schrank bietet der Aktiv­filter viel Leis­tung auf kleinstem Raum.


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Tobias Knispel ist für Sie da:
t.knispel@reinhausen.com