Ob Freileitung, Erd- oder Seekabel: Fallen sie aus, sitzen Millionen Menschen im Dunkeln. Netzbetreiber und Kabelhersteller wollen das verhindern und deshalb wissen, wie es ihren Kabeln und Leitungen geht. Das Monitoringsystem HiMON® von HIGHVOLT macht genau das möglich – von der Fertigung im Werk über die Verlegung bis zum jahrzehntelangen Betrieb.
Als die Reinhausen-Tochter HIGHVOLT vor vier Jahren ihr Kabelmonitoring-System HiMON® auf den Markt brachte, ahnte kaum jemand, für wie viele Anwendungsfelder sich die Technologie letztendlich eignen würde. HIGHVOLT entwickelte die Lösung zunächst, um den Zustand kilometerlanger HVDC-Erdkabel zu überwachen – etwa bei den Stromautobahnen SüdLink und SüdostLink, die Windstrom aus dem Norden Deutschlands in die industriellen Zentren im Süden transportieren. HiMON® überzeugte und schon bald erhielt HIGHVOLT Anfragen von Netzbetreibern und Kabelherstellern, ob sich die Technologie auch für AC-Kabel, Seekabel, Neutralleiter oder für Freiluftsysteme einsetzen lässt. Zugleich wurde deutlich: Kabelüberwachung bedeutet mehr, als Messdaten zu sammeln. Netzbetreiber brauchen ein intelligentes Frühwarnsystem, das Risiken erkennt, bewertet und konkrete Handlungsempfehlungen gibt. Deshalb entwickelten die HIGHVOLT-Ingenieure die Technologie in enger Zusammenarbeit mit Kunden weiter – hin zu einer Plattform, die Sensorik, Datenanalyse, Expertenbewertung sowie Services bündelt und Kabelsysteme über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg begleitet.

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Ein Fingerabdruck nach der Geburt

Bevor ein Kabel seine Geburtsstätte verlässt, prüfen Hersteller seinen Zustand direkt nach der Fertigung im Werk. Wie verhält sich die Isolierung? Gibt es Hinweise auf Teilentladungen? Und wie verändern sich elektrische Signale auf ihrem Weg durch das Kabel? HiMON® erfasst diese Informationen und erstellt daraus einen technischen Fingerabdruck. Der zeigt, ob das Kabel die Prüfung besteht, und dient zugleich als Referenz für den späteren Betrieb. Für Netzbetreiber ist das enorm wertvoll: Sie können den aktuellen Zustand des Kabels jederzeit mit seinen Ausgangswerten vergleichen und Abweichungen früh erkennen. Die Zustandsbewertung beginnt somit bereits vor der Inbetriebnahme.
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Das Kabel geht ans Netz

Hat das Kabel seine Prüfungen erfolgreich bestanden, geht es an die Verlegung. Es wird nun Teil des Stromnetzes – und HiMON® gleich mit. Verschiedene Sensortypen werden entlang der Kabelstrecke angebracht: HiMAG® Blue sitzt beispielsweise im Abstand von zwölf Kilometern an den Kabelmuffen, um kleinste Teilentladungen zu erfassen. Damit erkennt und lokalisiert das System frühe Anzeichen für Isolationsschäden. HiMAG® Red befindet sich dagegen an den Enden der Kabelstrecke. Es misst Signalverläufe, die bei einem Kabeldurchschlag entstehen, um daraus den exakten Ort des Durchschlags zu ermitteln. Für Netzbetreiber ist das ein entscheidender Vorteil: Die präzise Fehlerortung spart ihnen im Ernstfall wertvolle Zeit und hohe Kosten. Schließlich wissen sie nicht nur, dass ein Schaden aufgetreten ist, sondern auch genau, wo.
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Ein Kabel kommt in die Jahre

Ist das Kabel einmal angeschlossen und verlegt, beginnt sein Alltag im Stromnetz. Egal ob im Boden oder unter Wasser: Jetzt nagt der Zahn der Zeit an ihm. Umwelteinflüsse und Stromschwankungen lassen das Kabel altern und verstärken kleinste Schwachstellen, die bereits bei Herstellung oder Verlegung entstehen können – an manchen Stellen mehr, an manchen weniger. Welche Stellen besonders stark betroffen sind und zu einem Problem werden können, deckt HiMON® zuverlässig auf. Dazu erfasst die Monitoring-Plattform kontinuierlich Daten, führt diese in einer Cloud zusammen und gleicht sie mit dem technischen Fingerabdruck des Kabels ab. So erkennt HiMON® auch kleinste Veränderung und meldet potenzielle Schwachstellen über ein Ampelsystem. Netzbetreiber sehen damit früh, wo sich ein Problem entwickelt, lange bevor es zum Problem wird. Das macht die Kabelwartung vorausschauender und gibt Netzbetreibern deutlich mehr Zeit, Maßnahmen zu planen und umzusetzen.
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Gesundheitscheck auch für alte Kabel
Doch was ist mit den vielen Leitungen, die bereits seit Jahrzehnten im Einsatz sind? Auch dafür eignet sich HiMON®! Denn die Technologie lässt sich nachrüsten. Dabei muss das Kabel nicht einmal aufgetrennt werden. Die Sensoren lassen sich einfach nachträglich um das Kabel legen. So liefert HiMON® zum Beispiel auch in alten Industrienetzen wertvolle Daten für die Zustandsbewertung. Dabei bleibt es aber nicht. Denn zur Monitoring-Plattform gehören auch der Service und die Expertise von HIGHVOLT: Netzbetreiber brauchen Messwerte nicht selbst ansehen oder analysieren. Hier helfen neben künstlicher Intelligenz zur Mustererkennung auch die Experten des Dresdner Unternehmens. Je nach Service-Level schauen sie aktiv auf die Kabelgesundheit, bewerten Auffälligkeiten und geben Netzbetreibern konkrete Handlungsempfehlungen.

HiMON® überwacht Erdkabel, Seekabel und Freileitungen überall dort, wo Ausfälle problematisch wären. Das System erkennt Auffälligkeiten frühzeitig, lokalisiert Fehler präzise und hilft Netzbetreibern, kritische Infrastruktur mit Weitblick zu warten.

Sensoren entlang des Kabels erfassen elektrische Signale direkt im laufenden Betrieb. Die Monitoring-Plattform analysiert die Daten in Echtzeit, erkennt kleinste Veränderungen und lokalisiert Fehler metergenau — als digitales Frühwarnsystem für Stromnetze.
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Alterung simulieren

Jede Messung liefert Daten. Und je mehr Daten, desto besser wird das Verständnis für ein Kabel. HiMON® führt diese Datenberge zusammen und baut daraus einen digitalen Zwilling. Diese virtuelle Kopie soll in Zukunft zeigen, wie sich das Kabel unter bestimmten Bedingungen entwickelt. So wird aus bloßem Monitoring echte vorausschauende Wartung: Alterung lässt sich simulieren, Risiken lassen sich noch früher abschätzen und Maßnahmen weit im Voraus planen. Gleichzeitig lassen sich Erkenntnisse aus den Simulationen auf andere Kabel übertragen. Netzbetreibern zeigt das zum Beispiel, welche Leitungen unter vergleichbaren Bedingungen als Nächstes kritisch werden. Außerdem gewinnen Kabelhersteller schneller Einblicke, wo Alterung zuerst einsetzt, um diese Schwachstellen in der Entwicklung und Fertigung gezielt zu verbessern. So wächst in den kommenden Jahren nicht nur die Datenbasis, sondern auch das HiMON®-Universum selbst. Gemeinsam mit Netzbetreibern und Kabelherstellern entwickelt HIGHVOLT die Plattform kontinuierlich weiter – mit neuen Funktionen, neuen Anwendungen und immer mehr Wissen aus realen Messungen direkt im Feld.



