Wie viele Netzbetreiber beschäftigt sich auch die Netze Duisburg damit, wie sie ihre kritische Infrastruktur krisensicher machen können. Für seine Gas-Übergabestationen und Umspannwerke setzt der Versorger daher künftig auf moderne notstromfähige Batteriespeicher, um im Falle eines Blackouts gerüstet zu sein.
Die Netze Duisburg sorgen rund um die Uhr für die Versorgungssicherheit ihrer Stadt mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Fast 700 Mitarbeitende kümmern sich darum, dass das Licht leuchtet, Wasser fließt und Heizungen wärmen. In einer großen, dicht besiedelten und industriell geprägten Stadt wie Duisburg eine komplexe Aufgabe. Hinzu kommen immer neue Anforderungen durch das Netz selbst. Mit der Energiewende steigt die Anzahl dezentraler Stromquellen, die dabei auch noch volatil einspeisen – mal viel, mal gar nicht.
Der Bedarf nach mehr Betriebssicherheit und einer intelligenten Netzführung steigt. Doch das muss die Technik in Umspannwerken oder Gas-Übergabestationen erstmal ermöglichen, während gleichzeitig Fachkräfte fehlen. „Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen wir uns in vielen Bereichen krisensicher aufstellen“, sagt Michael Haring, Sachgebietsleiter Betriebstechnik bei Netze Duisburg. Er betreut die elektrischen Anlagen der Bereiche Gas, Wasser, Strom und Fernwärme. „Wir besichern insgesamt 26 Anlagen und rund 5.000 Kilometer Mittelspannungsleitungen.“
Netz aus, Ersatzstromlösung an
Krisensicherheit, das bedeutet zuerst einmal, dass die kritische Infrastruktur der Netze Duisburg im Fall eines Blackouts autark weiterbetrieben werden kann. „Ob Krankenhäuser, Supermärkte, Industrie oder Trinkwasser zu Hause – die Notversorgung stellt sicher, dass das Leben erstmal wie gewohnt weitergeht.“ Hier setzt Haring auf Ersatzstromlösungen, die beim Ausfall der Energieversorgung für Gas und Wasser lückenlos einspringen. Vielerorts kommen in Duisburg dafür noch Dieselgeneratoren und Bleibatterien zum Einsatz.
In Übergabestationen stellen diese die Gasversorgung sicher, indem sie die Anlagen betriebsfähig und steuerbar halten, bis der Strom wiederfunktioniert. Aber auch dafür, dass die Stromversorgung überhaupt wiederhergestellt werden kann, ist die Backup-Lösung essenziell: Beim Wiederhochfahren des Netzes müssen in Umspannwerken Lasten gezielt und schrittweise zugeschaltet werden, weil es sonst wegen der hohen Anfahrströme gleich wieder zusammenbrechen kann.

Umschalten auf die Zukunft
Doch mit den Generatoren und Bleibatterien, auf die die Netze Duisburg bislang setzten, kommen Haring und sein Team zunehmend an die Grenzen. Die alten Systeme sind zwar bewährt, aber nicht mehr ausreichend für heutige Herausforderungen, erklärt Haring: „Der Personalaufwand ist hoch, weil Diesel altert und deshalb regelmäßig ausgetauscht werden muss. Die Bleibatterien erfordern zudem aufwendige Sicherheitsmaßnahmen.“
Auch die Betriebssicherheit muss verbessert werden: „Die Ersatzstromlösung reagiert erst bei einem kompletten Netzausfall, aber auch ein Teilfehler kann dazu führen, dass die Anlage instabil läuft. Dann brauchten die Aggregate 70 Sekunden, um sich hochzufahren und zu synchronisieren. Zu lang – in beiden Fällen wollen wir schneller reagieren. Die Autarkie war zudem auf nur zehn Stunden begrenzt, unser Ziel sind aber 72.“ Michael Haring wählte daher eine Gas-Übergabestation als Pilotprojekt aus, um eine neue Lösung zu erproben, die auch für Umspannwerke geeignet ist. Die Aufgabe: erstmalig eine neue Ersatzstromlösung zu definieren, die schnell, digital und zukunftsfähig ist.
Etabliert und sicher
Timo Kahl ist im Sachgebiet von Haring zuständig für elektrische Anlagen im Bereich Gas und Wasser. Daher lag die Modernisierung der Gas-Übergabestation in seiner Verantwortung. „Wir suchten nach einem technisch einwandfreien System aus Batteriespeicher und Wechselrichter, aber auch nach einem Partner, dem wir vertrauen und der uns lösungsorientiert und praxisnah unterstützt“, erklärt Kahl. Er entschied sich für Nickel-Mangan-Cobalt-Batterien: „Die sind im Vergleich zu anderen Systemen platzsparender und langlebiger.“ Was Kahl jetzt noch brauchte, war ein ersatzstromfähiger Wechselrichter, der den hohen Anforderungen an Produktqualität, Datensicherheit und Systemperformance genügt.
„Reinhausen ist genauso an der langen Linie interessiert wie wir. So funktioniert eine echte Partnerschaft!“
Timo Kahl, gesamtverantwortliche Elektrofachkraft für den Bereich Fernwärme bei Netze Duisburg GmbH
Fündig wurde er bei Reinhausen: Mit dem Wechselrichter GRIDCON® PCS aus dem Power Converters Portfolio von Reinhausen. Dieser arbeitet im netzführenden Betrieb, das heißt, er passt sich an die Spannung, Frequenz und Phasenlage des Stromnetzes an und stellt damit die Erhaltungsladung für die Batterie bereit. Dabei überwacht er dank integriertem Batteriemanagementsystem den optimalen Betrieb. Fällt mindestens eine der Phasen aus, schaltet der GRIDCON® PCS automatisch innerhalb von nur 100 Millisekunden auf den netzbildenden Betrieb um. Das bedeutet: Batterie und Wechselrichter übernehmen autonom die Stromversorgung. Selbst bei einem Teilphasenausfall läuft jetzt alles stabil. Die Steuerung, Schaltung und Kommunikation der Gas-Übergabestation bleiben bis zu 72 Stunden betriebsfähig, fernsteuerbar und in die Leitstelle eingebunden. Die Rückkehr in den regulären Netzbetrieb geht ebenso schnell; dann wird die Batterie wieder aufgeladen.

Schulungen Inklusive
Die Integration mit den Batteriespeichern war kein Problem. „Das sind etablierte, zertifizierte Lösungen, auf deren Sicherheit wir uns verlassen können. Unsere Ansprechpartner bei Reinhausen waren immer schnell erreichbar und sind genauso an der langen Linie interessiert wie wir. So funktioniert eine echte Partnerschaft“, fasst Kahl die Entscheidung für Reinhausen zusammen. Der Umbau in der Gas-Übergabestation erfolgte dann schnell innerhalb einer Woche. Und nebenbei verringert die neue Lösung im Vergleich zum alten Diesel den ökologischen Fußabdruck deutlich. „Das hilft uns enorm beim Erreichen unserer Nachhaltigkeitsziele.“
Auch menschlich hat es zwischen Netze Duisburg und Reinhausen gepasst. Parallel zur Inbetriebnahme führten die Power-Quality-Experten Schulungen an der neuen Anlage durch. „Uns ist es wichtig, dass wir das notwendige Know-how im Haus haben und die Systeme selbst sicher bedienen können“, erklärt Haring. „Auch das bedeutet Krisensicherheit für uns.“ Mit der Kombination aus moderner Technik und dem zugehörigen Wissen hat Netze Duisburg eine zukunftsfähige Lösung gefunden – und eine, die sich jetzt auf viele weitere Gas-Übergabestationen und Umspannwerke im Stadtgebiet übertragen lässt.
Reinhausen inside
Der innovative GRIDCON® PCS XW bietet eine sichere und stabile Stromversorgung, die jederzeit und überall lokal verwaltet werden kann. Der auf Ausfallsicherheit ausgelegte intelligente Wechselrichter ermöglicht moderne Mikronetze und integriert nahtlos die Erzeugung erneuerbarer Energien, Speicherkapazitäten, Gleichstromnetze und Notstromversorgung.
Batteriespeichersysteme könnten zudem mit GRIDCON® DC Charger gekoppelt werden, einer von Reinhausen Power Quality entwickelten flexiblen, effizienten und zukunftsfähigen Ladestation mit einem direkten DC-Netzanschluss für lokale Gleichstromnetze.

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